Eintracht Braunschweig-Fanpage
  Geschichte des Eintracht-Stadions
 
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1895 – 1905 Die ersten Punktspiele ohne Stadion

Als der Eintracht Braunschweig am 15. Dezember 1895 gegründet wurde, dachte noch niemand an ein eigenes Stadion. Die neue Sportart Fußball (meist noch betitelt mit »Fußlümmelei«) mußte sich erst noch durchsetzen. So wurden die meisten Spiele auf dem Leonhardplatz ausgetragen. Genau dort, wo heute die Stadthalle steht. Auch nachdem am 28. Januar 1900 in Leipzig der Deutsche Fußballbund (DFB) mit Eintracht Braunschweig als Mitglied gegründet wurde und seit 1904 mit der Bildung des »Fußballverbandes Herzogtum Braunschweig« der reguläre Meisterschaftsbetrieb lief, war noch kein eigener Sportplatz vorhanden. Damit stand Braunschweig allerdings nicht allein, als erster deutscher Verein konnte Preußen Berlin 1903 einen eigenen Platz erwerben






1905 – 1923 Sportplatz an der Helmstedter Straße

Obwohl der Kassenstand der Eintracht sich damals lediglich auf 265,05 Mark belief, nahmen die Vereinsmitglieder einen Kredit von 5.000 Mark auf, kauften ein fünf Morgen großes Grundstück an der Helmstedter Straße gegenüber dem Krematorium und errichteten einen Sportplatz mit einer Holztribüne, die 300 Besuchern einen Sitzplatz bot.
Am 8. Oktober 1905 wurde das neue Stadion des »Fußball- und Cricket-Club Eintracht Braunschweig« standesgemäß mit einem 3:0 gegen Wacker Leipzig eingeweiht.
Bis 1923 spielten die Blau-Gelben auf diesem Sportplatz mit einer kleinen Holztribüne um Punkte. Bis zu 3.000 Zuschauer verfolgten die Spiele der Eintracht. Heute liegt der Bereich des Sportplatzes innerhalb des Geländes vom Haputfriedhof in Braunschweig.






1923 - 1945 Neues Stadion an der Hamburger Straße

Nach dem 1. Weltkrieg kristallisierte sich heraus, daß der Sportplatz dem weiter wachsenden Verein bald nicht mehr genügend Platz bietet. Es wurde mehr Raum (auch für andere Sportarten) und eine bessere Verkehrsanbindung gefordert. Zunächst wurde ein Gelände östlich des Nußberges in Erwägung gezogen (Dort wo heute das Badezenturm Gliesmarode steht), wegen der Gefahren durch mögliche Überschwemmungen des Flüßchens Wabe nahm man jedoch Abstand von diesen Planungen. Schließlich bekam ein Gelände im Norden von Braunschweig an der Hamburger Straße den Zuschlag. Damals wuchs dort noch der Spargel und von der Endstation der Straßenbahn waren es noch zehn Minuten Fußweg zum neuen Gelände der Eintracht. Am 22. Februar 1922 wurde der Kaufvertrag über 32 Morgen Land unterzeichnet. Anschließend begann die »Braunschweiger Stadiongesellschaft« mit der Realisierung des Projekts. Durch den Umstand, daß das notwendige Geld in Dollarnoten hinterlegt wurde, konnte auch die Inflation das Projekt nicht stoppen.

Am 17. Juni 1923 war es dann soweit: Die Einweihung des »Eintracht-Stadions« fand mit einem Fußballspiel gegen den 1. FC Nürnberg (der mit vielen Nationalspielern antrat) statt. 15.000 Zuschauer sahen die 1:10-Niederlage der Eintracht. Am 5.Oktober 1924 wurde dann die Haupttribüne fertiggestellt und mit einem Freundschaftsspiel gegen Altona 93 eingeweiht. Die maximal mögliche Zuschauerzahl füllte das Stadion am 31.10.1937, als 24.000 Zuschauer das DFB-Pokalspiel gegen die Fußballegende Schalke 04 verfolgten und die Eintracht erst in der 119. Spielminute den entscheidenden Treffer zum 0:1 kassierte.
Im Stadion an der Helmstedter Straße hingegen fand am 20. Mai 1931 das letzte Fußballspiel statt, bevor es abgerissen wurde. Vor 5.000 Zuschauern gewann die Eintracht gegen eine Polizeiauswahl mit 2:1.
Im zweiten Weltkrieg blieb das Stadiongelände von den Bombenangriffen der Alliierten völlig verschont. Auch in der verheerenden Bombennacht vom 15. Oktober 1944, als 60% des Wohnraums in Braunschweig zerstört wurden. Am 4.2.1945 machte die Eintracht hier ihr letztes Fußballspiel, bevor der Verein vorerst aufgelöst wurde.





1945 - 1979 Oberliga Nord und Bundesliga

Nach dem Krieg diente das Stadion zunächst als Materiallager und Sportplatz der britischen Streitkräfte. 1950 wurde das Stadion generalüberholt. Bei der Wiedereröffnung am 13. August 1950 waren 30.000 Plätze vorhanden. Die „Neueinweihung“ erfolgte am 13.August 1950, als die Blau-Gelben in einem Freundschaftsspiel den 1.FC Kaiserslautern (mit Fritz Walter) 3:1 besiegte. Das „Sportmagazin“ sprach damals von 50.000 Zuschauern, die sich und um das Stadion versammelt haben sollen.
Ein besonderes Ereignis erlebte das Stadion am 21. Mai 1955. An diesem Tag fand zum ersten und einzigen Mal das Endspiel um den DFB-Pokal in Braunschweig statt. Der Karlsruher SC besiegte den FC Schalke 04 vor 25.000 Zuschauern mit 3:2-Toren.

Das Stadion anno 1955: Eintracht Braunschweig in der Oberliga-Nord

Abgesehen vom Zwangsabstieg im Jahre 1952 sorgte die Eintracht in der Oberliga Nord für Furore. Dadurch konnte sich der Verein auch die erste Flutlichtanlage in Norddeutschland leisten: Am 18. September 1957 fand das erste Flutlichtspiel im Eintracht-Stadion statt. Fortuna Düsseldorf wurde mit 4:0 bezwungen, während 168 Flutlichtlampen und 200.000 Watt das Spielfeld erhellten.

Das Stadion in den 60er Jahren

Dieser technische Vorsprung gegenüber anderen Vereinen in Norddeutschland war dann einer der Pluspunkte, die der Eintracht den Weg in die Bundesliga ebneten, die 1963 begann. In den ersten beiden Bundesligajahren wurde das Stadion mit Unterstützung der Stadt weiter ausgebaut. Nach dem Bau der (damals noch nicht überdachten) Gegengerade mit 10.000 Stehplätzen und der Vortribüne unter der eigentlichen Haupttribüne mit 2.000 Sitzplätzen konnte das Eintracht-Stadion nun eine Kapazität von fast 40.000 Zuschauern vorweisen, die in den folgenden Jahren beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft und dem Europapokal der Landesmeister auch voll ausgenutzt wurde.

Im Jahre 1965 wurde das vereinseigene Gelände rund um das Stadion auf 52 Morgen Land erweitert. Weitere Fußball-, Hockey- und Tennisplätze wurden gebaut. Für die folgenden Jahre waren nun genug Zuschauerressourcen vorhanden. Dennoch bestand das Stadion abgesehen von der Haupttribüne nur aus nicht überdachten Stehplätzen. Dem wurde 1976 mit der Grundrenovierung der Gegengeraden abgeholfen. Diese wurde überdacht und die untere Hälfte in Sitzplätze umgewandelt. Die Zuschauerkapazität reduzierte sich dadurch auf 35.000. 3,2 Millionen Mark wurden in das Projekt investiert.





1979 - 1993 Beinahe bankrott durch Stadionausbau

Zum modernen Stadion fehlte nun nur noch eine neue Haupttribüne. Die 1924 erbaute marode Holztribüne sollte weichen. Der Neubau wurde 1979 in Angriff genommen. Leider leitete dieser Neubau den finanziellen und sportlichen Abstieg der Eintracht ein. Die geplanten Kosten für das Projekt verdoppelten sich in der Realisierungsphase und 1981 stand der Verein vor dem Bankrott.

Blick auf die ausverkaufte Gegengerade und Nordkurve am 10.Juni 1981

Die Schulden waren auf zweistellige Millionenhöhe gestiegen und die Fußballmannschaft kickte nur noch in der zweiten Bundesliga. Der drohende Lizenzverlust wurde buchstäblich in letzter Sekunde abgewendet: Die Stadt Braunschweig erwarb durch die Übernahme der Schulden (11,9 Millionen DM) das komplette Vereinsgelände von 52 Hektar inklusive des Stadions.
In den folgenden Jahren wurden keine Veränderungen mehr am Stadion vorgenommen, da der Verein dauerhaft gegen seine Schulden zu kämpfen hatte. So verfiel die Bausubstanz immer weiter, Anfang der 90er Jahre wurde die Südkurve gesperrt, zeitweise auch einige Stehplätze in der Gegengeraden. Nur noch 20.000 Fans fanden im maroden Stadion Platz, während sich die Südkurve in einen grünen Garten verwandelte, auf der Büsche und Bäume in die Höhe sprossen.
Schon 1987 begann das Ringen mit der Stadt und dem Land um eine Generalsanierung der Gegengerade und der Kurven. Durch die Wiedervereinigung der Bundesrepublik und der DDR 1989 fielen die Zonenrandförderungen aus und verzögerten das Vorhaben um weitere Jahre





1993 bis 2002: Moderne Multifunktionsarena

Nun mußte eine Lösung her, damit die Region Braunschweig wieder ein repräsentatives Stadion aufweisen konnte. Über Jahre zogen sich die Verhandlungen hin und am 15. Juni 1993 fällte der Rat der Stadt Braunschweig endlich den Entschluß, die Stadionrenovierung zu unterstützen. 25 Millionen wurden benötigt, 6 Millionen kamen von der Toto-Lotto-Gesellschaft und dem Land Niedersachsen.
Bis November 1995 wurde das Stadion komplett umgebaut, neue Flutlichtmasten errichtet, die Südkurve abgerissen und mit überdachten Stehplätzen wieder aufgebaut. Die Gegengerade, die bisher 10.000 Steh- und 2.000 Sitzplätze bot, ist nun eine reine Sitzplatztribüne. Die Einweihung der Anzeigetafel am 3. November 1996 beendeten die Arbeiten zur Grundrenovierung des Stadions.
Heute bietet das Stadion 10.000 überdachte Sitzplätze, 10.000 überdachte Stehplätze und ein modernes Umfeld, das auch internationalen Anforderungen gerecht wird.
Die Nordkurve ist so aufgebaut, daß sie auf die doppelte Höhe aufgestockt und überdacht werden kann, wenn dies das sportliche Umfeld erfordert. Dann würde die Arena wieder 30.000 Besuchern Platz bieten.
Den ersten Test bestand das Stadion mit dem Jubiläumsturnier zum hundertjährigen Bestehen des Vereins Ende Juli 1995 beim Spiel gegen Werder Bremen mit 11.000 Zuschauern. Beim Spitzenspiel der Regionalliga Nord gegen Kickers Emden am 14.4.96 wurde eine Zahl von 15.000 Besuchern erreicht. Erstmals ausverkauft war die Arena gegen Hannover 96 am 7. Mai 1998.

Die Südkurve der neu renovierten Arena

Verwaltung durch die Stadtbad GmbH
Seit Frühjahr 1998 wird die Arena durch die Stadtbad GmbH verwaltet und bietet nicht nur für den Fußball optimale Bedingungen. Seit Jahren tragen die Footballer von den „Braunschweig Lions“ hier ihre Heimspiele aus, häufig auch verbunden mit Konzerten. Das erste Open-Air Konzert fand am 3. Juni 1998 statt, als 16.000 Zuschauer den italienischen Superstar Eros Ramazotti bewundern konnten. Ihre hervorragende Tauglichkeit für Leichtathletikwettbewerbe hat die Arena inzwischen auch mehrfach bewiesen, mehrere Landesmeisterschaften wurden ausgetragen.

Luftbild des Stadiongeländes aus dem Jahr 2000

Am 29. und 30. Juli 2000 fand an der Hamburger Straße erstmals die „Deutsche Leichtathletikmeisterschaft“ statt. Zu diesem Qualifikationswettbewerb für die Olympischen Spiele in Sydney wurde das Stadion mit einer Videoleinwand aufgerüstet, die heute optimale Bedingungen für Präsentationen bietet.

 
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