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  Vereinschronik 10
 
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1994 - 2002 Acht Jahre Drittklassigkeit und Aufstieg 2002

Nach dem Abstieg in die Oberliga wurden in Braunschweig mal wieder neue Wege bestritten, als Trainer wurde Wolf-Rüdiger Krause verpflichtet, der diesen Job jedoch nur halbtags ausführen konnte, weil er noch eine Anstellung bei Volkswagen besaß. Dennoch erreichte die Mannschaft wieder die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga. Am Ende der Saison standen sie punkt- und tordifferenzgleich mit Emden auf Rang zwei. Durch das eine zu wenig geschossene Tor mußte man nun leider in die Aufstiegsgruppe des hohen Favoriten Fortuna Düsseldorf und belegte prompt nur Rang zwei. Während Düsseldorf den Durchmarsch in die Bundesliga schaffte blieb die Eintracht in der Oberliga.

Als 1994 die alte Amateur-Oberliga in Deutschland zu den Akten gelegt wurde, wollte man mit den vier neuen Regionalligen einen gesunden Unterbau mit Vertragsamateuren, sprich Halbprofitum schaffen. Besonders für Norddeutschland wirkte sich dies aber negativ aus, da ab sofort der Staffelsieger kein Direktaufsteiger mehr war und es eine Relegation mit der Regionalliga Nordost gab. Aus diesem Grund dünnte sich die 2.Bundesliga in den Folgejahren was Vertreter aus Norddeutschland anging immer mehr aus.

Für die Eintracht war in der Saison 1994/95 Konsolidierung angesagt. Ohne zugkräftige Neuverplichtungen wurde der 6.Tabellenplatz erreicht. In der Folgesaison 1995/96 fand man sich am 12.Spieltag plötzlich auf dem 12.Tabellenplatz und dem Abstieg näher als dem Aufstieg. Nun gelang der Eintracht der Coup, den vom Hamburger SV entlassenen Trainer Möhlmann für sich zu gewinnen, und plötzlich ging es mit der Eintracht wieder aufwärts: Spiel um Spiel wurde gewonnen und man fand sich bald in der Spitzengruppe wieder. 15.000 Zuschauer sahen am 19.April 1996 das Spitzenduell gegen Emden, das die Eintracht mit 2:1 gewann. Doch eine Mannschaft war noch besser: Der VfB Oldenburg ließ die Favoriten Emden und Braunschweig links liegen und schaffte 1996 den Zweitliga-Aufstieg um gleich wieder abzusteigen.

1996/97 hatten sich unsere Blau-Gelben endlich als Spitzenmannschaft etabliert. Doch nun kam die Konkurrenz aus der eigenen Region: Hannover 96 war aus der 2.Liga abgestiegen und wollte mit aller Gewalt den Wiederaufstieg. Obwohl die Eintracht 25 ihrer 34 Meisterschaftsspiele gewinnen konnte, blieb ihr letztlich doch nur der zweite Tabellenplatz hinter den Roten, die dann auch noch ihre Aufstiegspartien gegen Cottbus verloren und ein weiteres Jahr in der Regionalliga verbrachten.

1997/98 gab es erneut nur einen Konkurrenten in der Regionalliga: Hannover 96. Diesmal gewannen die Blau-Gelben sogar 26 ihrer 34 Spiele und entführten sogar aus dem Niedersachsenstadion einen Punkt. Zwei Spieltage vor Schluß war man Tabellenführer, die Zuschauer kamen wieder ins Stadion, mehr als 10.000 sollte der Schnitt zum Saisonende betragen. Am vorletzten Spieltag fand das alles entscheidende Duell um den Staffelsieg statt: Hannover 96 trat vor 24.000 Besuchern im erstmals seit über 10 Jahren ausverkauften Eintracht-Stadion an und entschied die Meisterschaft durch einen knappen 1:0-Erfolg für sich. Erneut war die Eintracht nur Zweiter.

Der Saisonstart 1998/99 mißlang Trainer Michael Lorkowski. Obwohl man mit dem VfL Osnabrück um die Spitze kämpfte, kamen die spielerischen Defizite immer mehr zum tragen. Im November 1998 trennte man sich von Lorkowski, doch nun ging es nur noch weiter bergab, der neu verpflichtete Trainer Wolfgang Sandhowe war mit der Aufgabe, die Eintracht an die Tabellenspitze zu führen überfordert. Auch von ihm trennte man sich kurz vor Saisonschluß, und Co-Trainer Uwe Hain führte von der Trainerbank die letzten Spiele Regie. Am Saisonende hatte man elf Punkte Rückstand auf den Staffelsieger VfL Osnabrück.

Das Aufgebot unter Michael Lorkowski in der Saison 1998/99

In der Saison 1999/2000 übernahm Reinhold Fanz das Traineramt in Braunschweig, nicht unumstritten, denn er hatte vor zwei Jahren Hannover 96 zurück in die zweite Liga gebracht und daher hatte er bei den Fans keinen guten Ruf. Fanz versuchte sein erfolgreiches Modell aus Hannover auch in Braunschweig durchzusetzen: Viele junge Spieler wurden verpflichtet, der Kader extrem aufgebläht, in der Hoffnung dass sich unter den Neuzugängen einige echte Talente verbergen, die dann den Aufsteig ermöglichen sollen. Zunächst sah das Konzept auch recht schnell nach Erfolg aus: Einige der Spieler (Everson, Rodrigues) standen schnell auf den Wunschlisten einiger Profiklubs, sportlich blieb man in der erweiterten Spitze, denn den Aufstieg hatte man dieses Jahr nicht als Saisonziel eingeplant, zunächst sollte sich die neue Mannschaft finden, um dann in der Saison 2000/2001 einen neuen Anlauf zu nehmen. Das Pflichtziel dieser Saison, das Erreichen von Tabellenplatz sechs und somit die Aufnahme in die neue, zweigleisige Regionalliga erreichte die Mannschaft letztlich ohne Probleme.

Nun sollte es also endlich wieder nach ganz oben gehen: Aufstieg 2001 hieß das Ziel. Die Mannschaft von Reinhold Fanz konnte diesen Erwartungen tatsächlich gerecht werden. Jedoch nur eine halbe Saison lang. Als Tabellenführer ging man in die Winterpause, bereitete sich auf der Ferieninsel Mallorca auf die Rückserie vor und brach nach einem 2:2 bei Union Berlin (ein unberechtigter Elfmeter von FIFA-Scheidsricher Heynemann in der letzten Spielminute gegen Braunschweig) sportlich, physisch und psychisch völlig zusammen. Spiel um Spiel wurde verloren, sämtliche Spielkultur ging verloren, konditionell war man zum Ende der Serie fast am Nullpunkt angelangt. Das System von Trainer Fanz hatte in Braunschweig nicht funktioniert. Sein Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst.

18.Mai 2002: Wiederaufstieg nach acht Jahren Drittklassigkeit

Von ihm übernahm zu Saisonbeginn 2001/2002 Peter Vollman als Trainer das Kommando. Er baute erneut eine völlig neue Truppe auf und hatte die schwere Aufgabe zu erfüllen das proklamierte Saisonziel Aufstieg zu realisieren. Nicht nur sportlich, auch in anderen Bereichen wurde daran gearbeitet, das finanzielle Überleben des Vereins zu sichern. Die 2001 gegründete Marketing GmbH koordiniert die Vermarktung des Namens Eintracht Braunschweig und ist unter Anderem für den Betrieb dieser Internetseiten betraut, die im November 2001 im neuen Layout startete.

Sportlich begann die Eintracht im oberen Mittelfeld und übernahm erstmals nach 13 Spieltagen mit dem 3:0 über Preußen Münster die Tabellenführung, rutschte aber bis zur Winterpause wieder auf den 4.Tabellenplatz ab. Was nun folgte war eine Rückserie mit einem hochdramatischen Finale, das sicherlich kein Eintracht-Fan jemals vergessen wird. Braunschweig, Essen und Lübeck machten die drei Aufsteiger unter sich aus. Drei Spieltage vor Schluss lagen die Blau-Gelben nach acht Minuten bereits mit 0:2 in Düsseldorf im Rückstand und drohte den Anschluss an die Spitze zu verlieren, da schlug Torjäger Daniel Teixeira dreimal in den zweiten 45 Minuten zum 3:2 zu und versetzte die mitgereisten Fans in Freudentaumel, zumal Konkurrent Essen in Paderborn verlor. Einen Dämpfer bekam die Freude durch die folgende Niederlage in Aue, so dass der letzte Spieltag über den Aufstieg entscheiden musste.

Der nun folgende 18.Mai 2002 wird sicherlich vielen Eintracht-Fans unlöschbar im Gedächtnis geblieben sein. Vor ausverkauftem Haus reichte ein Sieg über Wattenscheid, um das Fernduell mit Essen zu gewinnen. Bis zur 91.Minute stand es im Stadion an der Hamburger Straße 1:1 unentschieden, vom Lärm der Fans nach vorne gebrüllt versuchten die Blau-Gelben alles. Es war Thomas Pirunek, der Sekunden vor dem Abpfiff mit seinem Kopfballtreffer zum 2:1 Endstand den Aufstieg sicherte und ganz Braunschweig in ein Tollhaus verwandelte. Nach neun Jahren war die Eintracht endlich wieder in der 2.Bundesliga.

22.Mai 2002: Autokorso vom Stadion in die Innenstadt nach dem Aufstieg

22.Mai 2002: 10.000 feierten auf dem Raushausplatz frenetisch den Aufstieg

 
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